Atemfrequenz-Tabelle: Normalwerte für Menschen und Haustiere

Egal ob du deine eigene Gesundheit im Blick behältst, auf ein Kind aufpasst oder das Wohlbefinden deines Haustiers überwachst — ein klarer Referenzrahmen dafür, was normal ist, macht vieles einfacher. Hier findest du Normalwerte der Atemfrequenz für verschiedene Altersgruppen und Tierarten, eine Einordnung der Zahlen und Empfehlungen, wann ein Messwert zum Handeln auffordern sollte.

Atemfrequenz-Tabelle auf einen Blick

Alter / Tierart Normalbereich in Ruhe (Atemzüge/Min.) Erhöht — genauer beobachten Ärztlichen/tierärztlichen Rat einholen
Hund 15–30 30–40 Über 40 in Ruhe
Katze 20–30 30–40 Über 40 oder Maulatmung
Neugeborenes (0–6 Mon.) 30–60 60–70 Über 70 oder Zeichen von Atemnot
Säugling (6–12 Mon.) 24–50 50–60 Über 60 oder Zeichen von Atemnot
Kleinkind (1–3 Jahre) 22–34 34–40 Über 40
Kind (4–12 Jahre) 18–28 28–34 Über 34
Jugendliche (13–17 Jahre) 12–22 22–28 Über 28
Erwachsener (18+) 12–20 20–25 Über 25 oder unter 10
Älterer Erwachsener (65+) 12–24 24–30 Über 30 oder unter 10
Hinweis: Diese Bereiche gelten für Ruhe oder Schlaf. Körperliche Belastung, Wärme, Stress und Aufregung erhöhen die AF vorübergehend — unter diesen Umständen sollte nicht gemessen werden.

Was die Zahlen bedeuten

Was die Atemfrequenz verrät

Die AF spiegelt wider, wie intensiv der Körper für den Gasaustausch arbeiten muss — also für die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlendioxid. Wenn alles reibungslos funktioniert, ist die Atmung langsam, gleichmäßig und mühelos. Bei Beeinträchtigungen von Lunge, Herz oder Blut kompensiert der Körper, indem er die Atemfrequenz erhöht.

Genau deshalb zählt die AF zu den vier Grundpfeilern der Vitalzeichen in der Humanmedizin und gehört zu den wichtigsten Parametern im häuslichen Monitoring der Veterinärkardiologie.

Warum der Ruhewert entscheidend ist

Ein Wert, der nach dem Joggen oder in einem Moment der Nervosität gemessen wurde, sagt wenig aus. Klinisch relevant ist die Ruhe-AF — idealerweise gemessen im entspannten Ruhezustand oder im Schlaf. Erst dieses Ausgangsniveau macht Abweichungen erkennbar.

Für Haustiere gilt die Schlaf-Atemfrequenz als Goldstandard. Veterinärkardiologen nutzen sie als primäres Überwachungsinstrument bei Hunden und Katzen mit Herzerkrankungen, weil sie tendenziell ansteigt, bevor andere Symptome sichtbar werden.

So misst du die Atemfrequenz richtig

Für ein genaues Ergebnis braucht es drei Dinge: ein ruhiges Gegenüber, einen gleichbleibenden Messintervall und eine zuverlässige Dokumentation.

Die manuelle Methode: Beobachte, wie sich Brustkorb oder Bauch heben und senken. Jeder vollständige Zyklus (Einatmen + Ausatmen) ist ein Atemzug. 60 Sekunden lang zählen. Ergebnis mit Datum und Uhrzeit notieren.

Die einfache Methode: Verwende die App Breaths Per Minute. Tippe bei jedem Atemzug auf den Bildschirm — Zeitmessung, Berechnung und Speicherung übernimmt die App. Jede Messung wird automatisch archiviert, und mit der Zeit entsteht ein Verlauf, der weitaus aussagekräftiger ist als jeder Einzelwert.

Atemfrequenz einfach erfassen

Schluss mit Stoppuhr und Kopfrechnen. Einfach bei jedem Atemzug tippen — den Rest erledigt die App.

Atemfrequenz nach Kategorie: Was du wissen solltest

Erwachsene

Ein gesunder Erwachsener in Ruhe atmet 12- bis 20-mal pro Minute. Werte unter 12 (Bradypnoe) oder über 20 (Tachypnoe) in Ruhe können auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen. COPD, Herzinsuffizienz, Angststörungen und Anämie sind nur einige Beispiele für Erkrankungen, die die Ausgangs-AF beeinflussen können.

Die eigene Atemfrequenz hin und wieder zu messen, kann als Frühwarnsystem dienen — ähnlich wie die Kontrolle des Ruhepulses.

Kinder und Säuglinge

Kinder atmen schneller als Erwachsene, und je jünger das Kind, desto höher die Frequenz. Das ist normal — kleinere Lungen brauchen mehr Zyklen, um den Sauerstoffbedarf zu decken.

Eltern und Betreuungspersonen sollten die altersentsprechenden Bereiche aus der Tabelle kennen. Kinderärzte erheben die AF als einen der Schlüsselparameter bei der Untersuchung erkrankter Kinder.

Hunde

Der Normalbereich in Ruhe liegt bei 15 bis 30 Atemzügen pro Minute. Dauerhaft über 30 ist beobachtenswert; dauerhaft über 40 in Ruhe — besonders bei einem Hund mit bekannter Herzerkrankung — ist in der Regel ein Grund, die Tierarztpraxis zu kontaktieren.

Hecheln sollte nicht mit normalem Atmen verwechselt werden. Die AF eines hechelnden Hundes ist klinisch nicht verwertbar — warte, bis er zur Ruhe gekommen ist und mit geschlossenem Maul atmet.

Katzen

Der Normalbereich in Ruhe liegt bei 20 bis 30 Atemzügen pro Minute. Katzen sind obligate Nasenatmer — Maulatmung in Ruhe ist immer auffällig und oft ein Notfall.

Weil Katzen Krankheiten so geschickt verbergen, gehört die Überwachung der AF zu den zuverlässigsten Mitteln, Probleme frühzeitig zu Hause zu erkennen.

Der Verlauf zählt mehr als der Einzelwert

Eine einzelne Messung ist eine Momentaufnahme. Raumtemperatur, ein gerade beendetes Nickerchen, ein plötzliches Geräusch und ein Dutzend weiterer flüchtiger Faktoren können das Ergebnis beeinflussen.

Was wirklich zählt, ist der Verlauf. Wenn die Schlaf-AF deines Hundes wochenlang bei 18 bis 22 lag und innerhalb weniger Tage auf 30, 32, 34 steigt — dann ist das ein aussagekräftiges Signal, obwohl 30 formal noch im „Normalbereich" für Hunde liegt. Es ist nicht normal für diesen konkreten Hund.

Genau darin liegt die Stärke einer konsequenten Dokumentation mit Breaths Per Minute. Die App speichert jede Messung und macht Aufwärtstrends sichtbar, bevor aus einem Trend ein Notfall wird.

Häufig gestellte Fragen

Ab welcher Atemfrequenz wird es gefährlich?

Bei Erwachsenen ist ein Ruhewert über 25 oder unter 10 ein Grund für ärztliche Abklärung. Bei Hunden und Katzen sind anhaltende Ruhewerte über 40 bedenklich. Bei Katzen ist jede Maulatmung ein potenzieller Notfall.

Verändert sich die Atemfrequenz mit dem Alter?

Ja. Säuglinge atmen am schnellsten; im Laufe der Kindheit nimmt die Frequenz schrittweise ab. Bei älteren Erwachsenen weitet sich der Bereich etwas — bedingt durch nachlassende Lungenelastizität und mögliche Begleiterkrankungen.

Besser im Schlaf oder im Wachen messen?

Im Schlaf oder in ruhiger Entspannung. Der Schlaf eliminiert den Einfluss von Stress, Aufregung und bewusster Steuerung des Atemrhythmus. Bei Tieren ist die Schlaf-AF der klinische Standard.

Wie oft sollte man die Atemfrequenz messen?

Bei Gesunden genügen gelegentliche Messungen — einmal pro Woche oder ein paar Mal im Monat — um die individuelle Baseline zu bestimmen. Bei diagnostizierten Herz- oder Lungenerkrankungen — insbesondere bei Haustieren — empfehlen die meisten Fachleute eine tägliche Kontrolle.