Atemfrequenz beim Hund: Normalwerte und wann du aufmerksam werden solltest

Du kennst die Fressgewohnheiten deines Hundes, sein Energielevel und seinen Lieblingsschlafplatz. Aber kennst du seine Ruhe-Atemfrequenz? Sie gehört zu den wichtigsten — und am häufigsten übersehenen — Indikatoren für die Gesundheit deines Vierbeiners.

Was ist eine normale Atemfrequenz beim Hund?

Ein gesunder Hund in Ruhe atmet in der Regel 15- bis 30-mal pro Minute. Welpen und kleinere Rassen tendieren zu etwas höheren Werten, große und sehr große Rassen atmen häufig etwas langsamer.

Im Schlaf pendeln sich viele Hunde am unteren Rand ein — etwa 15 bis 20 Atemzüge pro Minute. Dieser Schlafwert ist besonders aussagekräftig, weil Aufregung, Wärme und Bewegung als Einflussfaktoren wegfallen.

Wichtig: Hecheln ist kein normales Atmen. Beim Hecheln kühlt sich der Hund ab — mit offenem Maul und Frequenzen von über 200 Atemzügen pro Minute. Für eine aussagekräftige Messung wartest du, bis dein Hund ruhig ist und das Maul geschlossen hat.

Warum die Atemfrequenz beim Hund so wichtig ist

Tierärzte und Veterinärkardiologen betrachten die Ruhe-AF als eines der frühesten Warnzeichen für eine Reihe ernsthafter Erkrankungen:

Viele Veterinärkardiologen bitten Besitzer herzkranker Hunde, die Ruhe- oder Schlaf-AF täglich zu Hause zu dokumentieren. Einen Aufwärtstrend früh zu erkennen — bevor Husten oder Abgeschlagenheit auftreten — kann den Behandlungserfolg deutlich verbessern.

So misst du die Atemfrequenz deines Hundes

Am besten misst du, wenn dein Hund ruhig liegt oder schläft:

  1. Brust oder Bauch beobachten. Jedes Heben und Senken ist ein Atemzug.
  2. 60 Sekunden lang zählen. Das liefert das zuverlässigste Ergebnis. Kürzere Zeiträume vergrößern den Zählfehler.
  3. Ergebnis und Datum notieren. Ein Verlauf über Wochen ist wesentlich aufschlussreicher als ein Einzelwert.
  4. Mehrmals pro Woche wiederholen, um die individuelle Baseline zu ermitteln.

Tipp: Idealerweise zählt man im Schlaf — aber gleichzeitig die Stoppuhr bedienen, sich nicht verzählen und alles aufschreiben, das ist leichter gesagt als getan.

Einfacher geht's mit der App

Breaths Per Minute nimmt dir das Multitasking ab. Beobachte das Atmen deines Hundes und tippe bei jedem Atemzug auf den Bildschirm. Die App berechnet die Frequenz in Echtzeit, prüft, ob du lange genug gezählt hast, und speichert das Ergebnis automatisch.

Mit der Zeit entsteht eine lückenlose Atemfrequenz-Chronik — Daten, die dein Tierarzt beim nächsten Besuch oder bei einem Anruf wirklich zu schätzen weiß.

Wann zum Tierarzt?

Kontaktiere deine Tierarztpraxis, wenn du Folgendes beobachtest:

  • Ruhe-AF dauerhaft über 30 Atemzüge pro Minute, obwohl der Wert normalerweise niedriger liegt.
  • Ein plötzlicher Anstieg gegenüber der bisherigen Baseline deines Hundes.
  • Angestrengtes Atmen — sichtbare Mühe, geblähte Nüstern oder übertriebene Bauchatmung.
  • Atmen mit offenem Maul in Ruhe, das nicht durch Wärme oder Anstrengung erklärbar ist.
  • Bläuliches oder blasses Zahnfleisch in Verbindung mit schnellem Atmen — möglicherweise ein Notfall.

Das Schlüsselwort ist dauerhaft. Ein einzelner erhöhter Wert kann bedeuten, dass dein Hund gerade geträumt hat. Wiederholt erhöhte Werte über ein bis zwei Tage sind ein Grund, in der Praxis anzurufen.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann atmet ein Hund zu schnell?

Dauerhaft über 30 Atemzüge pro Minute in Ruhe ist auffällig. Über 40 in Ruhe ist ein Grund, den Tierarzt zu kontaktieren — besonders bei bekannter Herz- oder Lungenerkrankung.

Warum atmet mein Hund im Schlaf schnell?

Kurze Phasen schnellerer Atmung im Schlaf sind meist ein Zeichen dafür, dass dein Hund träumt — oft begleitet von zuckenden Pfoten oder leisem Winseln. Hält das schnelle Atmen an und wirkt dein Hund unruhig, miss die AF und ziehe einen Tierarztbesuch in Betracht.

Soll ich die AF beim Hecheln messen?

Nein. Hecheln ist keine normale Atmung, sondern ein Kühlmechanismus. Warte, bis dein Hund aufgehört hat zu hecheln und mit geschlossenem Maul atmet.

Wie oft sollte ich die Atemfrequenz meines Hundes messen?

Bei gesunden Hunden: ein- bis zweimal pro Woche. Bei Hunden mit Herz- oder Lungenerkrankung empfehlen die meisten Veterinärkardiologen eine tägliche Kontrolle.